Dienstag, 2. Juni 2009

Der erste Schwarm des Jahres

Trotz schwarmverhindernder imkerlicher Maßnahmen war vorgestern Volk 7 meines Bienenstandes nicht zu bremsen. Die alte Königin zog mit etwa der Hälfte des Bienenvolkes (Bienen aller Altersklassen) aus, um eine neue Behausung zu suchen. Schwarmstimmung
Zum Glück für den Imker fliegt die alte Königin in der Regel nicht weit weg. In meinem eigenen Garten ließ sie sich in etwa 3 m Höhe in unserem alten Pflaumenbaum nieder. Und schon bald sammelten sich die ausgeschwärmten ca. 20 000 Bienen um sie herum als Schwarmtraube.Die Schwarmtraube sammelt sich
Vorher sausten sie wie wild in der Luft herum. Das Brummen war in allen Nachbargärten gut zu hören. Es klingt vielleicht für manchen bedrohlich - doch gefährlich ist es nicht. Die Bienen haben anderes vor, als Menschen und Tiere zu stechen. Sie wollen ein neues Volk gründen und sind auf der Suche nach einer günstigen Behausung.
Sobald sich die Schwarmtraube am Baum abgesetzt hat, werden Suchbienen ausgeschickt, um eine neue Wohnung zu finden. Bienen sind Höhlenbrüter. Sie brauchen eine trockene Unterkunft mit einem Volumen von 50...100 Litern und einem nicht zu großen Eingang. Die Form ist unwichtig. Bienen sind in der Lage, ihren Wabenbau den örtlichen Gegebenheiten anzupassen.
Hat eine Suchbiene eine neue Wohnmöglichkeit erkundet, so erzählt sie nach ihrer Rückkehr durch Tänze auf der Schwarmtraube in welcher Richtung zur Sonne und in welcher Entfernung sich das neue Domizil befindet. Der am intensivsten werbenden Suchbiene folgt dann nach einiger Zeit das gesamte abgeschwärmte Volk. Die Schwarmtraube löst sich auf und mit lautem Brummen verschwindet sie für den Imker auf Nimmerwiedersehen.
Doch bis dahin vergehen 1-2 Stunden, manchmal auch mehr. Diese Zeit muss der Imker nutzen - und den Schwarm wieder einfangen. Dazu benötigt er in der Regel eine Leiter und eine Schwarmfangkiste. Nachdem er mit einem Gartenschlauch und sanftem Wasserschleier die Schwarmtraube beruhigt hat, befördert er sie mit einem kräftigen Schlag auf den Ast in die Schwarmfangkiste. Dann Deckel drauf, das Flugloch des Schwarmfangkastens geöffnet und den Kasten in der Nähe der Stelle aufgehängt. an der sich der Schwarm abgesetzt hat. Ist die Königin mit in den Kasten gelangt, so folgen ihr in der nächsten halben Stunde alle noch herumschwirrrenden Restbienen des Schwarmes.
Danach kommt der Kasten mit dem Schwarm für 1-3 Tage an einen dunklen, kühlen Ort - am besten in den Keller.
Keine Angst - die Bienen verhungern nicht. Bevor sie ihre alte Wohnung verließen haben sie sich randvoll mit Honig gesaugt. Dieser Vorrat reicht für 3 Tage.
Ich habe meinen Schwarm nach 2 Tagen in eine historische Bienenbeute (eine "Thüringer Walze") einlogiert RIMG0057- und sie sind jetzt mächtig mit dem Bau des neuen Wabenwerkes beschäftigt. In der alten Wohnung haben sie rechteckige Waben gebaut. Jetzt bauen sie kreisrunde Waben, der Form der Bienenbeute angepasst. Doch das macht ihnen überhaupt nichts aus. Sie sind perfekte Baumeister.
Die Arbeiterinnen schleppen seit gestern Pollen (Blütenstaub) ein, was mir sagt, dass die Königin begonnen hat, schon wieder Eier zu legen.
Es hat also alles bestens funktioniert und ich habe jetzt ein Bienenvolk mehr.

Geht bitte zurück auf den 14.05.2009. Da geht unsere Reise ins Bienenland los.

Montag, 18. Mai 2009

Unsere Bienen haben jetzt Hochsaison

Bienenwanderwagen im Raps
Unsere Bienenvölker streben dem Höhepunkt ihrer diesjährigen Entwicklung zu. Die überreiche Blütenfülle der Obstbäume und der vielen Rapsfelder haben die Königinnen zu enormer Eiablage angeregt. Die Königinnen haben in den letzten Wochen täglich an die 2000 Eier gelegt. Das entspricht etwa dem doppelten eigenen Körpergewicht ! Stellt Euch das mal vor. Auf unsere Hühner übertragen bedeutet dies, dass die Hühner täglich (!!!) ca. 2,5 kg Eier legen müssten. Das wären mindestens 25 Stück. Das geht natürlich nicht.
Bei den Bienenköniginnen geht das. Sie werden dazu ständig von den Ammenbienen mit dem hochwertigen Futtersaft Gelee Royal gefüttert, den sie in ihren Futtersaftdrüsen selbst erzeugen.

Die Entwicklung einer Arbeitsbiene vom Ei bis zum fertigen Insekt dauert 21 Tage. Ca. 2000 Arbeitsbienen schlüpfen jetzt täglich aus den Zellen der Brutwaben. Da wird es irgendwann eng in der Bienenwohnung. Wenn der Imker nicht eingreift, bereiten die Bienenvölker das Schwärmen vor. Das Volk teilt sich, indem die Altkönigin mit etwa der Hälfte des Bienenvolkes den Bienenstock verlässt und sich auf Suche nach einer neuen Behausung macht.
Im Restvolk haben sich die Arbeiterinnen darauf vorbereitet. Sie haben Jungköniginnen herangezogen, die wenige Tage nach dem Schwarmabgang schlüpfen - und zwar immer mehrere. Wie leicht kann eine Jungkönigin beim Begattungsflug von einem Vogel weggepickt werden oder anderswie ums Leben können ! Das Restvolk wäre dem Untergang geweiht !

Erfahrene Imker warten nicht auf einsetzende Schwarmstimmung. In dieser Zeit reduziert nämlich das Bienenvolk fast alle anderen Aktivitäten. Die Arbeiterinnen sammeln nicht mehr. Sie bauen keine neuen Waben mehr. Und wie leicht kann mit dem abgehenden Schwarm eine wertvolle Zuchtkönigin auf Nimmerwiedersehen verschwinden !
Erfahrene Imker teilen das Bienenvolk von sich aus. Doch davon später mehr.

Es bleibt spannend an unserem Bienenstand.

Und gleich daneben auch: seit wenigen Tagen brütet in einem meiner selbst gebauten Strohkörbe eine Hornissenkönigin. Und zwei meiner Nisthilfen für Hummeln wurden auch angenommen. Die genauen Arten muss ich aber erst noch erkunden.

Bis bald.

Geht bitte zurück auf den 14.05.2009. Da geht unsere Reise ins Bienenland los.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Bienen in Sachsen

Dieser Blog ist der westlichen Honigbiene (Apis mellifera) gewidmet.

Der Bestand an Bienenvölkern in Deutschland ist besorgniserregend. Auch in Sachsen wird er in den nächsten 10 Jahren dramatisch weiter sinken, wenn wir nicht gegenlenken. Ursache ist das hohe Durchschnittsalter der aktiven Imker. Immer weniger Menschen stellen sich dieser interessanten Aufgabe, die nützliche Honigbiene zu wirtschaftlichen wie kulturellen Zwecken zu halten und sich für sie einzusetzen.

Es geht nicht um den Honig - den können wir importieren - es geht um die Bestäubungsleistung, die wir nicht im Ausland einkaufen können. Unsere Honigbiene ist der wichtigste Bestäuber für landwirtschaftliche Nutzpflanzen, für den Obst- und Gemüseanbau und für viele Wildpflanzen. Die Honigbiene ist wichtig für unsere tägliche Ernährung ! ... und für die Pflanzenvielfalt in Feld und Flur !

Deshalb - und weil diese staatenbildenden Insekten so interessant sind, möchte ich von nun an über die vielen Themen zu dieser spannenden Insektenart schreiben.
Dabei werde ich mich jedoch nicht ausschließlich auf die Bienen beschränken, sondern ab und an über andere Naturerlebnisse berichten, die ich so rund um meinen Bienenstand beobachten kann.
Mein großes Anliegen ist es, mehr Menschen für die Imkerei zu begeistern.
Die Imkervereine in Deutschland sind auf Landesebene organisiert. Da gibt es für uns in Sachsen den Landesverband Sächsischer Imker. Ansprechpartner vor Ort ist der örtliche Imkerverein, von denen es zur Zeit 164 in Sachsen gibt.

Denkt daran: die meisten Obst- und Gemüsesorten, die wir essen, werden von Bienen bestäubt. Der Honig entsteht quasi nur nebenbei. Und eines steht dabei fest: am besten schmeckt natürlich der eigene !

Mit der Zeit werde ich ich die Anlage um weitere nützliche Links ergänzen.

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Zuletzt aktualisiert: 23. Jun, 09:09

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