Mittwoch, 23. Juni 2010

In meiner Klotzbeute ist wieder Leben

Vor vielen Jahren habe ich mir mal einen aus Altersgründen gefällten Straßenbaum, eine Ulme, organisiert - also genauer gesagt: nur das untere Stück von ca. 2 m Länge und 60 cm Durchmesser. Es war ein ganz schöner Schund, ihn in meinem Grundstück zu bewegen und dann an geigneter Stelle sicher aufzustellen. Mit der Kettensäge brachte ich dann auf der Rückseite eine große rechteckige Öffnung ein, verschloß diese mit zwei Türen, bastelte mir passende Rähmchen und Beutenfenster. An der Vorderseite stach ich mit der Kettensäge 4 Fluglöcher ein - und besiedelte dem alten Baumstamm mit einem Bienenschwarm. Die Bienchen haben sich vielleicht gefreut: Hier ist es ja wie früher ! Einfach herrlich !
Ihr müßt wissen: ausgefaulte Höhlen in alten Bäumen waren über Millionen Jahre die natürlichen Nisthöhlen der staatenbildenden Honigbiene. Sie braucht den Schutz einer solchen Höhle, um die kalte Jahreszeit bei uns zu überstehen. Über viele tausend Jahre hat der Mensch, nachdem er den Nährwert des Honigs kennergelernt hat, solche Nisthöhlen besucht und den Bienenvölkern regelmäßig den Honig entnommen. Ab und zu fiel ein solcher Baum mit einer Bienenwohnung dem Sturm zum Opfer - oder er war einfach zu alt und fiel um. Da kam ein pfiffiger Mensch auf die Idee, das Stammstück mit der Bienenhöhle abzusägen - und bei sich zu Hause aufzustellen. So entstand in Mitteleuropa nachweislich die Hausbienenzucht. Klotzbeute nannte man diese mit Bienenvölkern besiedelten Stammstücke.
Und das wollte ich einfach nachempfinden. In den vergangenen Monaten habe ich meine Klotzbeute konstruktiv noch etwas verbessert - und nach Jahren endlich wieder besiedelt.
Irgenwann besorge ich mir mal ein noch dickeres Stammstück, höhle es aus und beschnitze es an der Außenseite. Mal sehen, vielleicht wird ein Bär draus; vielleicht auch etwas anderes. Figürliche Bienenbeuten sind schon was ganz besonderes. Und mein Bienenstand soll doch jedes Jahr ein bischen schöner werden.

Übrigens habe ich festgestellt, dass dieses Jahr deutlich weniger Hummeln, Wespen und Hornissen fliegen. Wahrscheinlich sind viele Königinnen, die als Einzeltier überwintern, den strengen Frösten zum Opfer gefallen.
In meinem alten Bienenkorb hat erfreulicherweise wiederum eine Hornisse begonnen zu brüten. Das spät einsetzende Frühjahr 2010 brachte auch hier Verzögerungen. Wir haben heute den 23. Juni und es fliegt bis jetzt nur die Hornissenkönigin. Da ist noch nicht eine einzige Arbeiterin geschlüpft ! In den nächsten Tagen wird's aber wohl werden.
Die Bienenvölker dagegen befinden sich auf dem Höhepunkt ihrer jährlichen Entwicklung und bestehen jetzt aus 40 000 bis 60 000 Einzeltieren.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Jetzt brummt's

Der lange Winter hat vielen Imkern große Bienenverluste gebracht. Hauptursache dafür war aber sicherlich nicht das Wetter, sondern der Umstand, dass nach wie vor viele Imker dem seit Jahren größten Feind der Bienenvölker- der Varroa-Milbe - nicht energisch genug entgegen treten.
Auch an meinem Bienenstand gab es etwas mehr Verluste als sonst. Trotzdem konnte ich einigen Imkern, die Totalverlust erlitten haben, mit vitalen Jungvölkern, gebildet im Sommer 2009, aushelfen.
Meine eigenen Schwächlinge habe ich inzwischen zu vollwertigen Völkern herangezogen. Und die gut überwinterten Stammvölker füllen inzwischen Ihre Beuten richtig gut aus. Der deutlich zu kühle und zu nasse Mai führt bei Ihnen zu Schwarmstimmung. Die Jungköniginnen haben in den vergangenen Wochen intensiv gebrütet. Sie haben täglich bis zu 2000 Eier gelegt. Das entspricht dem Doppelten des eigenen Körpergewichts. Stellt Euch das mal vor. Das ist eine gewaltige Energieleistung !
Da auf Grund der kühlen Mai-Witterung die vorhandenen Arbeitsbienen sich nicht ausreichend abgearbeitet haben - und auch noch in der Beute sind - da wird's jetzt eng.
Diese Völker bereiten eine Volksteilung vor. Wenn es jetzt wieder warm wird - dann wird die Altkönigin mit etwa der Hälfte des Bienenvolkes die alte Wohnung verlassen und sich auf die Suche nach einer neuen Behausung machen. Das Volk schwärmt.
Ich imkere seit über 20 Jahren - doch der Schwarmvorgang ist nach wie vor ein beeindruckendes Naturschauspiel.
Zum Glück ist es relativ leicht, den Schwarm wieder einzufangen- er setzt sich meist im eigenen Garten zu einer ersten Ruhepause ab - und hängt dann als klassische Schwarmtraube im Baum. Schnell ist er von einem geübten Imker wieder eingefangen. Anschließend kommt er für 1-2 Tage an einen kühlen, dunklen Ort - am besten in den Keller.
Dann kann er ohne weiteres in eine leere Beute eingeschlagen werden. Und er orientiert sich sofort auf diesen neuen Standort. Das ist ein weiteres Phänomen bei den Bienen. Sie sind ja eigentlich sehr standorttreu. Und man könnte annehmen, dass sie wieder in ihre alte Beute zurück fliegen.
Nein- das passiert nicht. Der Schwarmvorgang löscht das Ortsgedächtnis der Bienen. Und so haben wir aus einem Volk zwei gemacht !
Übrigens hat im Mai in meinem alten Bienenkorb wieder eine Hornissenkönigin begonnen zu brüten. Da bin ich sehr froh drüber, denn viele hat man dieses Jahr nicht fliegen sehen. Der lange harte Winter hat auch bei Hornissen und Hummeln schwere Verluste erzeugt.

Dienstag, 13. April 2010

Endlich Frühling !

Das war aber ein ungewöhnlich langer Winter. Ich war sehr gespannt, wie ihn meine eingewinterten Völker überstanden haben. Im Herbst sind sie jedenfalls noch alle geflogen.
Nachdem ich mir an den ersten warmen Frühlingstagen das Treiben am Flugloch angeschaut und mit einem dünnen Gummischlauch in die Völker reingehört habe, war eines klar: drei Bienenwohnungen müssen ausgeräumt werden. Ein Volk war unter vollen Futterwaben verhungert. Welch trauriger Anblick ! Ich hatte im Doppelraum überwintert und zwischen den unteren und den oberen Waben keine Kletterhilfen eingebaut. Ich war mir eigentlich sicher, dass dieser Raum von einem starken Volk auf alle Fälle im Spätsommer noch mit Wildbau gefüllt wird, den die Bienen dann als Kletterhilfe nutzen, um zu den gut gefüllten Futterwaben zu gelangen. Das hatte viele Jahre vorher immer funktioniert. Aber dieses Mal leider nicht. Oh, wie ärgerlich ! Das passiert mir nie wieder ! Ein richtig gutes Volk ist mir da eingegangen !
Die beiden anderen Volkseinheiten sind offenbar trotz gewissenhafter medikamentöser Behandlung an der Varroose eingegangen. Nur wenige tote Bienen waren da noch in den Beuten.
Also: diese drei Bienenwohnungen wurden von mir komplett ausgeräumt. Die noch vorhandenen Futterwaben habe ich aus dem Holzrahmen geschnitten und eingestampft - mit dem Wachs, dem Winterfutter und teilweise auch mit Pollen. Das reiche ich meinen Bienenvölkern im Sommerhalbjahr, wenn mal eine Trachtpause eintritt.
Die Beuten wurden gründlich gereinigt. Das dabei anfallende Wachs kam gleich in den Sonnenwachsschmelzer. Das Kittharz (auch Propolis genannt) sammle ich gesondert. Daraus stelle ich meine "Bienen-Wundermedizin" her - Medizin für uns Menschen. Doch dazu in einem anderen Beitrag.
Zum Abschluss der Reinigung flamme ich den Beuteninnenraum grundsätzlich mit einem Propangasbrenner ab. Dann kann ich sicher sein, dass keine eventuell vorhandenen Krankheitskeime übrig bleiben, die bei einer Neubesiedelung gleich wieder das neue Volk belasten.
Also noch einmal: 3 Bienenvölker eingebüßt und dann habe ich da noch drei Jungvölker, die im Winter auch gelitten haben und recht schwach fliegen. Doch da ich Hobby- und nicht Berufsimker bin, werde ich versuchen, diese Völkchen wieder aufzupäppeln - zumal sie eine junge Königin aus dem Vorjahr haben, die noch viel leisten kann.
Insgesamt liegen die Völker in ihrer Entwicklung gegenüber den Vorjahren zurück. Das kann nach dem langen Winter auch gar nicht anders sein. Doch die Sammlerinnen bringen jetzt mächtig viel Pollen (Blütenstaub) heim - ein Zeichen, dass die Königin stark in Brut gegangen ist.
Mal sehen, welche weiteren Überraschungen das Bienenjahr bringen wird.

Dienstag, 12. Januar 2010

Winter am Bienenstand

Hallo, da bin ich wieder.
Allen Lesern meines Bienenblogs wünsche ich ein gesundes und gutes Neues Jahr.

Ja, an meinem Bienenstand ist absolute Ruhe eingekehrt. Wir haben in Dresden seit fast einem ganzen Monat richtigen Winter; seit 14 Tagen kackig kalte Nächte. Und auch am Tag klettern die Temperaturen nicht in den Plus-Bereich. Letzten Sonntag habe ich nach vielen Jahren mal wieder schon im eigenen Garten die Ski angeschnallt und eine schöne Runde an der Elbe und im Borsberggebiet gemacht. Auf dem Heimweg ging es dann noch durch den dick verschneiten Park von Schloss Pillnitz - es war ein Hochgenuss.

Den Bienen, sofern sie gesund sind und genug Futter haben, macht ein solcher Winter nichts aus. Sie kuscheln sich in der Wintertraube dicht aneinander und erzeugen durch Muskelzittern die erforderliche Temperatur zum Überleben. In der Wintertraube kann man jetzt eine Temperatur um die 25° C messen. Im Randbereich sind es dagegen nicht viel mehr als 10°C. Deshalb verkriechen sich die Randbienen nach einiger Zeit wieder in die Mitte der Wintertraube, um sich wieder aufzuwärmen. Die warmen Bienen aus dem Zentrum der Wintertraube gelangen in den Außenbereich. Unsere Bienen sind also auch im Winter in Bewegung und sie nehmen bei Bedarf Futter auf.

Für den Bienenvater ist am Bienenstand nicht viel zu tun. Er achtet darauf, dass die Fluglöcher frei bleiben und nicht etwa durch tote Bienen oder Eis und Schnee verstopft sind.

In den nächsten Tagen mache ich mir einen Plan für die erforderlichen Arbeiten in den nächsten Wochen. An den ersten warmen Frühlingstagen will ich die Vorderfront meines Bienenstandes mal wieder neu streichen - die Zeit dafür ist wieder ran. Dann sind neue Rähmchen zu bauen.
Und nach den Winterferien will ich mit einem Brief an die Dresdner Schulen herantreten und sie an meinen Bienenstand einladen. In der 6.Klasse sind in Biologie die staatenbildenden Insekten dran. Das passt doch prima. Ich bin gespannt, wieviel Schulen sich melden werden.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Letzte Ausflüge

Der Herbst ist da - und sogar die ersten Vorboten des Winters. Letzte Woche gab es selbst im milden Dresdner Elbtal weiße Flocken und weiße Dächer und Wiesen - zumindest für einige Stunden.
Im Erzgebirge wurden zum ersten Mal in dieser Saison die Loipen gespurt und Winterfreuden begannen.
Die Bienenvölker haben sich in ihren Behausungen zur Wintertraube formiert - in Form einer Kugel - dem geometrischen Körper, der bei geringster Oberfläche das maximale Volumen beinhaltet. Erstaunlich, wie die Natur auch hier instinktiv das Richtige veranlasst.

Doch diese Wintertraube bleibt nun nicht durchgängig bis zum nächsten Frühling bestehen. Sobald die Temperaturen über +10°C ansteigen, fliegen die Bienen wieder aus. Die Wintertraube löst sich wieder etwas auf. Da Bienen den ganzen Winter über Nahrung aufnehmen, entstehen natürlich Verdauungsrückstände. Niemals hinterlassen sie diese im Bienenstock ! Bienen sind sehr reinliche Tiere. Sie nutzen milde Temperaturen im Winterhalbjahr, um diese Verdauungsrückstände bei Kurzausflügen ins Freie im Fluge von sich zu geben.

Mit den ersten Frösten versehe ich die Fluglöcher meiner Bienenstöcke mit Absperrgittern, durch die die Bienen hindurchkommen - jedoch nicht die Spitzmäuse. Diesen Insektenfressern, dem Igel näher verwandt als der Hausmaus, kann im Winter nichts besseres passieren, als es sich in der Ecke eines Bienenstockes gemütlich einzurichten. Bei Außentemperaturen unter +5°C können die Bienen der Spitzmaus nichts anhaben. Sie können sich nur sehr langsam bewegen. Im Laufe des Winters frißt eine solche Spitzmaus nahezu ein ganzes Wintervolk auf ! Gleichzeitig erzeugt es Unruhe im Bienenvolk, was dieses ganz und gar nicht verträgt. Da Spitzmäuse unter Naturschutz stehen, bekämpfen wir Imker sie nicht. Wir verwehren ihnen nur den Zugang in den Bienenstock.
Oberste Regel für den Imker ist jetzt, alles zu tun, damit die Bienenvölker ihre Ruhe haben: jetzt werden die Beuten nicht mehr geöffnet, um nach dem Rechten zu sehen. An das Bienenhaus schlagende Äste werden abgeschnitten.

Wenn ich wissen will, wie es jetzt meinen Völkern geht, dann höre ich sie ab. Ein einfacher Gummi- oder Kunststoffschlauch wird vorsichtig in die Nähe des Flugloches gebracht. Das andere Ende stecke ich an mein Ohr.
Ungleichmäßige Geräusche weisen auf Notsituationen hin.
Das Volk ist tot, wenn gar keine Geräusche zu hören sind.
Bei mir brummen alle Völker schön gleichmäßig - ein gutes Zeichen.
Mal sehen, wie es weitergeht.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Das neue Bienenjahr hat begonnen

Hallo, liebe Bienenfreunde, da bin ich wieder.

Bei mir war im Somnmer 'ne ganze Menge los - da kam ich nicht richtig zum Schreiben neuer Bienenerlebnisse.
Doch nun geht's weiter:

Mit dem Abschleudern des leckeren Lindenblütenhonigs, der letzten Honigernte in 2009, ist für mich als Standimker das Bienenjahr zu Ende gegangen. Es war ein gutes Bienenjahr. Die
Kellerregale sind gut gefüllt mit Obst-, Raps- und Lindenblütenhonig. Gleichzeitig konnte ich meine Völker erfolgreich vermehren. Sie haben inzwischen alle ihr Winterfutter von mir bekommen: ca. 10-12 kg je Volk. Sie erhalten diese Menge in mehreren Flüssigfuttergaben (3 Teile Zucker auf 2 Teile Wasser) in speziellen Futtergefäßen gereicht. Diesen Sirup tragen die Bienen wie Nektar in ihren Wabenbau ein. Das ist für die Völker nochmals eine große Anstrengung. Diese Zuckerlösung muss auch noch eingedickt werden, damit sie nicht aus den Zellen läuft. Bei dieser Tätigkeit arbeiten sich die Altbienen ab und die Königin wird nochmals mächtig zur Eiablage angeregt. Und das ist gut so.
Die Bienenvölker sollen nämlich jungbienenreich in den Winter gehen. Die seit Ende August schlüpfenden Jungbienen haben jetzt nicht mehr viel zu tun und können damit ihre Kräfte schonen für das Einbringen des Frühjahrsblütenhonigs in 2010.

Im Sommer hatte ich öfter Gäste an meinem Bienenstand. Jedes
Jahr besuchen mich eine ganze Reihe Schulklassen. Nur bei einem Imker kommt man ja so richtig nahe an ein Bienenvolk heran. Sie staunten mächtig darüber, als ich Ihnen das Zeichnen von Königinnen vorführte.
Und ein vielfaches "Oooo" und Aaaa" hörte ich, als ich ihnen den kunstvollen Bau eines Hornissenvolkes in einem alten Baumstand zeigte.
KinderbeimImker
Bei den Hornissen überleben nur die jungen Königinnen den Winter - und diese gehen prinzipiell nicht in den Wabenbau des Vorjahres. Hornissenvölker bauen jedes Jahr ein neues Nest.
Porträt einer Hornisse
Seit einigen Jahren halte ich regelmäßig an der Volkshochschule Dresden Imkergrundlehrgänge für interessierte Erwachsene. Schon einige konnte ich von meinem schönen Hobby so begeistern, dass sie inzwischen selbst Bienen halten.

Peter und Gregor, die Söhne vom Volkshochschulkurs-Teilnehmer Hans-Jörg A. aus Dresden-Nickern sind ebenfalls schon dran - an der Imkerei. Das ist gut so, denn wir brauchen dringend Imkernachwuchs.
Nachwuchsimker
Tschüss, bis zum nächsten mal.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Die Winterlinden verblühen

Langjährige Erfahrungen besagen, dass die Winterlinden etwa Mitte Juli verblühen. Dieses Jahr ist es schon etwas zeitiger vorbei - und das, obwohl der Winter dieses Jahr besonders lang war.
Damit geht für uns Standimker, die nicht noch mit den Bienen in die Sonnenblumen- und Rotkleefelder oder die Heide wandern, das Bienenjehr dem Ende entgegen.
Da staunen die Laien immer wieder. Der Sommer geht erst richtig los, da ist es mit der Honigernte schon wieder vorbei. Aber es ist so. Die Sommerblumen in den Gärten, die Wildblumen an Weg- und Feldrändern, das ist nur eine sogenannte Läppertracht. Das reicht den Bienen gerade so zur laufenden Ernährung. Ein Überschuss für den Imker bleibt da nicht übrig.
Wir lassen jetzt den Bienen noch 10 Tage Zeit, um den Honig in den Waben reifen zu lassen. Sie tragen ihn dabei mehrfach in den Zellen um, bereichern ihn dabei mit körpereigenen Fermenten und dicken ihn ein. Dazu stehen jetzt Tag und Nacht ganze Kolonnen von Arbeitsbienen auf dem Flugloch und fächeln mit intensivem Flügelschlag die feuchte Stockluft aus den Beuten. Vor der Flugfront duftet es jetzt intensiv nach Honig. Und es brummt gewaltig !

Aus meinen zwei Hummelnestern ist leider nichts geworden. Wer weiß, vielleicht wurde die Hummelkönigin von einem Vogel gefressen. In einer von mir gebauten Hummelnisthilfe fressen jedenfalls dicke weiße Raupen gerade die Überreste des Nestes auf, mit den bereits angelegten kleinen Vorräten an Nektar und Pollen.

Bei den Hornissen geht es dafür voran; natürlich viel langsamer als bei den Bienen. Erst 10 Hornissenarbeiterinnen sind beim Schaffen. Ende August/Anfang September wird das Hornissenvolk den Höhepunkt seiner Entwicklung erreichen und einige hundert Hornissen werden dann meinen Garten und die nähere Umgebung von Schadinsekten säubern.
Ich habe heute mal wieder vorsichtig ins Nest geschaut und ein paar Fotos gemacht. Es erfolgte dabei nicht ein einziger Angriff. Friedlich bauten sie an ihrem Nest weiter und fütterten die Jungen. Ist die Königin nicht ein prachtvolles Tier !?!
Hornissenkönigin
Am Rande meines Gartenteiches schlürfen die Bienen Wasser. Ein ausgewachsenen Bienenvolk benötigt ca. 200 ml pro Tag - ganz schön was ? Vor einigen Wochen habe ich eine kleine Ringelnatter entdeckt, die sich offensichtlich irgendwo in Teichnähe eingenistet hat. Ringelnattern sind tagaktiv. Man kann sie nach einigen Wochen der Eingewöhnung prima beim Schwimmen und Tauchen beobachten.
Ringelnatter1
Das sind herrliche Naturbeobachtungen, die beim Imkern so ganz nebenbei anfallen.
Ringelnatter3
Es ist eine Lust - das Imkern !!!

Donnerstag, 11. Juni 2009

Bienen und Hornissen in friedlicher Nachbarschaft

Die Sommerlinden blühen schon.Die Bienen finden weiter reichlich Nahrung - und das in unmittelbarer Nähe. Hier am Stadtrand von Dresden wachsen in vielen Nebenstraßen alte Lindenbäume. Die große Blütenfülle verströmt seit Tagen einen intensiven Duft. Das haben natürlich die Bienen sofort mitbekommen. Ihre Riechleistung übertrifft übrigens die der Hunde um ein Vielfaches. Die ersten Sammelbienen, die diese Blütenmassen gefunden haben, sagten zu Hause im Bienenstock den Schwestern durch Tänze auf der Wabe Bescheid, wo diese Tracht zu finden ist. Und so fliegen nun fast alle Bienen nur noch zu den Lindenblüten, um Nektar und Pollen (Blütenstaub) zu holen. Diese "Sprache der Bienen" ist das Geheimnis, warum wir reine Trachtenhonige ernten können, also z. B. Rapshonig, Lindenblütenhonig, Heidehonig.

Für den kürzlich neu einlogierten Bienenschwarm sind die Bedingungen auch bestens. Die reiche Blütentracht regt nicht nur den Sammeltrieb, sondern auch den Bautrieb zusätzlich an. Arbeiterinnen aller Altersklassen bauen jetzt Wabe für Wabe aus Wachs, welches sie an ihren Bauchschuppen ausschwitzen. Sie kneten es mit ihren Mundwerkzeugen und bauen ein wahres Kunstwerk - und das alles im Stockdunklen ! Es ist immer wieder verblüffend. Schaut Euch mal an, was sie in der Zwischenzeit schon fertig gestellt haben.Wabenbau

Sieben kreisrunde Waben sind vollständig neu gebaut (sind auf dem Foto nicht alle erkennbar) und weitere vier Waben sind im Entstehen. Ich schätze, dass in 14 Tagen der komplette Strohkorb mit frischem Wabenbau gefüllt sein wird.

Die Hornissenkönigin ist auch sehr fleißig. Doch sie muss alles noch ganz allein tun. Bei den Hornissen überleben nur die begatteten Jungköniginnen den Winter. Und jedes Jahr wird ein neues Nest gebaut. Damit beginnt die Königin im Mai. Schaut Euch mal den Nestanfang genau an. Es sind zwei verdeckelte Brutzellen zu sehen, aus denen bald die ersten Arbeiterinnen schlüpfen werden. Daneben sehen wir Hornissenmaden - und vielleicht könnt ihr in den Randzellen auch die Eier erkennen, aus denen nach einigen Tagen die Maden schlüpfen werden.Hornissennest
Die Hornissenmaden werden mit erbeuteten Insekten gefüttert. Ein ausgewachsenen Hornissenvolk verfüttert am Tag etwa 500 g Insekten - das ist ein ganz schöner Berg. Das meiste davon sind Schadinsekten. Deshalb sind Hornissen sehr nützlich und unter strengen Schutz gestellt. Sie sind äußerst friedlich, belästigen einen nicht beim Essen im Garten und sind sehr erfogreich bei der Wespenbekämpfung. Sicherlich holen sie sich auch ab und zu eine Biene - als süßen Nachtisch sozusagen, doch stellen sie keine ernsthafte Gefahr für ein starkes Bienenvolk dar.
Ich hoffe weitere interessante Fotos vom Wachsen des Hornissennestes machen zu können.
Für heute soll es erst einmal wieder genug sein.

Bleibt schön neugierig !

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

In meiner Klotzbeute...
Vor vielen Jahren habe ich mir mal einen aus Altersgründen...
Bienenfreund - 23. Jun, 09:08
Jetzt brummt's
Der lange Winter hat vielen Imkern große Bienenverluste...
Bienenfreund - 2. Jun, 11:57
Endlich Frühling !
Das war aber ein ungewöhnlich langer Winter. Ich war...
Bienenfreund - 13. Apr, 09:33
Winter am Bienenstand
Hallo, da bin ich wieder. Allen Lesern meines Bienenblogs...
Bienenfreund - 12. Jan, 17:12
Letzte Ausflüge
Der Herbst ist da - und sogar die ersten Vorboten des...
Bienenfreund - 22. Okt, 15:43

Bücher mit Bienenbzug

Suche

 

Status

Online seit 6236 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 23. Jun, 09:09

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren